Dienstwagen zuhause laden: So funktioniert die Abrechnung in Österreich!
Wenn Mitarbeiter einen E-Firmenwagen zur Verfügung gestellt bekommen und ihr Auto sowohl am Arbeitsplatz als auch zu Hause aufladen können, ist das eine Win-Win-Situation.
Es verringert die CO2-Emissionen des Unternehmens, fördert die Mitarbeiterbindung und verbessert sogar das Image des Unternehmens bei den Kunden. Ein weiterer wichtiger Grund für einen solchen Schritt ist, dass nicht alle Mitarbeiter regelmäßig ins Büro kommen, aber dennoch ein Auto für Geschäftsreisen benötigen. Darüber hinaus ist es für das Unternehmen nicht immer einfach, die Ladeinfrastruktur am Arbeitsplatz zu realisieren. Daher ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Arbeitgeber ihren Mitarbeitern Wallboxen für zu Hause anbieten und die Ladekosten übernehmen.
Beachte jedoch, dass viele Unternehmen zwar einen Beitrag leisten, indem sie die Kosten für die Wallbox ganz oder teilweise übernehmen, aber nicht dazu verpflichtet sind.
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Firmenwagen zuhause laden: Was sind die Vorteile?
Wenn Arbeitnehmer ihre Elektroautos an öffentlichen Stationen aufladen müssen, erhalten sie in der Regel eine Ladekarte vom Arbeitgeber. Das Aufladen zu Hause bietet ihnen jedoch viel mehr Komfort und ist für das Unternehmen oft billiger.
Ein kürzlich veröffentlichter Bericht hat gezeigt, dass in Deutschland ein Besitzer eines batteriebetriebenen Elektrofahrzeugs, der keinen Zugang zu einer privaten Ladestation zu Hause oder am Arbeitsplatz hat, bis zu 65 % mehr für das Aufladen seines Fahrzeugs bezahlen muss als jemand, der eine private Ladestation im Haus hat. Arbeitgeber werden also die Auswirkungen der Entscheidung, ihren Mitarbeitern Wallboxen zur Verfügung zu stellen, recht bald zu spüren bekommen.
Lasst uns einen Blick auf die wichtigsten Vorteile werfen:
Vorteile für Unternehmen
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Das Aufladen zu Hause, insbesondere mit einer intelligenten Wallbox, ist oft günstiger als die Nutzung öffentlicher Ladestationen und senkt die Gesamtkosten.
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Zufriedene Mitarbeiter. Die Möglichkeit, das Auto zu Hause aufzuladen, kann die Zufriedenheit und die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen verbessern, insbesondere bei denjenigen, die Wert auf Nachhaltigkeit legen.
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Du hast keine Möglichkeit, eine Ladestation auf deinem Firmengelände zu installieren? Das ist kein Problem. Wenn du keine Möglichkeit hast, Ladestationen an deinem Firmenstandort zu installieren, ist das Laden zu Hause für deine Mitarbeiter die Lösung.
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Verlängerte Lebensdauer der Batterie. Konstante Laderoutinen zu Hause mit Wechselstrom anstelle von häufigen öffentlichen HPC-Ladestationen können die Batterie des Firmenwagens schonen und ihre Lebensdauer verlängern.
Vorteile Mitarbeiter
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Weniger Ärger mit öffentlichen Ladestationen, bessere Work-Life-Balance. Das Aufladen zu Hause spart eine Menge Zeit, da du jeden Tag mit einem voll aufgeladenen Auto beginnen kannst.
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Universelle Möglichkeit. Das Laden zu Hause eignet sich auch für Mitarbeiter, die nicht jeden Tag von Montag bis Freitag ins Büro kommen, aber aus beruflichen Gründen viel unterwegs sind.
Wer trägt die Anschaffungskosten der Wallbox für deinen Firmenwagen?
Das hängt im Grunde vom Land ab, in dem du lebst. In Deutschland oder Österreich kann dir dein Arbeitgeber entweder eine “betriebliche” Wallbox zur teilweisen privaten Nutzung zuhause zur Verfügung stellen, deine private Wallbox bezahlen oder einen Zuschuss für deren Anschaffung geben.
Für Deutschland gilt: Bleibt die Wallbox im Eigentum des Arbeitgebers, bekommst du für die “betriebliche” Wallbox, einschließlich Zubehör, Installation, Betrieb und Wartung, eine Steuerbefreiung. Der Arbeitgeber haftet in diesem Fall auch für die Wallbox und muss sich um die Wartung kümmern.
Willst du mehr zu den Regelungen in Deutschland erfahren? Dann lese das deutsche Pendant zum Thema.
In diesem Blog Post konzentrieren wir uns auf die Regelungen für Österreich.
In Österreich gibt es, wie auch in Deutschland, Steuererleichterungen. Bis 2023 war nur die private Nutzung von elektrischen Firmenautos steuerfrei, seit 1. Januar 2023 ist aber auch die Installation für das Laden zu Hause mit einer Wallbox und alles, was damit zusammenhängt, steuerfrei möglich. Die Anschaffung der Wallbox durch den Arbeitgeber sind nun also lohnsteuerfrei, obwohl es sich um einen geldwerten Vorteil handelt.
Allerdings kann dein Unternehmen in Österreich die Installationskosten nur bis zu einem Betrag von 2.000 Euro steuerfrei übernehmen, darüber hinausgehende Beträge gelten als geldwerter Vorteil, also als Sachleistungen, die der Arbeitgeber dir über dein reguläres Gehalt hinaus gewährt.
Wie erfolgt die Abrechnung für den Strom beim Firmenwagen?
Die Abrechnung für den Strom beim Firmenwagen erfolgt entweder über eine monatliche Pauschale oder nach den tatsächlich geladenen Kilowattstunden.
Monatliche Pauschale
In Österreich kann für das Laden des Dienstwagens zu Hause ein Pauschalbetrag von bis zu 30 Euro pro Kalendermonat steuer- und abgabenfrei ersetzt werden. Aber aufgepasst, dies gilt laut aktuellem Stand nur noch in einer Übergangszeit bis Ende 2025.
Der Vorteil der monatlichen Pauschale ist der, dass dies relativ wenig Aufwand für dich und deinen Arbeitgeber bedeutet, da keine Dokumentation des Strombezugs notwendig ist und auch eine Wallbox ohne oder mit einfachem Stromzähler ausreicht.
Der Nachteil ist, dass die Pauschale nicht immer die realen Energiekosten abbildet, denn die Ladekosten können auch höher sein als die von deinem Arbeitgeber angebotene Pauschale. Sind sie höher, könnte er dir aber gegen Vorlage von Belegen die tatsächlichen Kosten erstatten, ohne dass diese versteuert werden müssen.
Abrechnung der tatsächlich geladenen Kilowattstunden
Anstelle der monatlichen Pauschale ist auch eine Abrechnung der tatsächlich geladenen Kilowattstunden möglich. Nach Einreichung der Abrechnung bekommst du eine Erstattung deiner Stromkosten als steuerfreien Auslagenersatz. Um diese berechnen zu können, benötigt dein Arbeitgeber die genauen Angaben über die geladenen Strommengen deines Dienstwagens, sowie die Daten über den Stromtarif des Arbeitnehmenden.
Überlege dir beim Kauf der Wallbox, ob du die Daten bzw. das Ladelog an deinen Arbeitgeber manuell per E-Mail, z. B. als CSV-Datei oder automatisiert übermitteln möchtest. Für das Ladelog, sowie die automatische Übermittlung muss die Wallbox in jedem Fall WLAN bzw. Mobilfunk haben und den OCPP-Standard verwenden, damit sie direkt mit dem Abrechnungssystem deines Arbeitgebers verbunden werden kann. Alle Prozesse rund um die Verwaltung der Wallbox und die Automatisierung der Abrechnungsprozesse werden oft über spezielle Backend-Systeme realisiert, wie sie beispielsweise von Monta oder Road angeboten werden.
Im Gegensatz zu Deutschland, muss deine Wallbox, die für den Firmenwagen genutzt wird, nicht zwingend einen MID-Stromzähler haben und dieser muss zumindest aktuell nicht eichrechtskonform sein, da letzteres aktuell nur eine Anforderung in Deutschland ist.
Wichtig ist aber, dass der Arbeitgeber die kWh-Menge deinem Firmenauto zuordnen kann. Denn schließlich könnte zum Beispiel auch deine Frau oder dein Mann ein Elektroauto haben und laden wollen. Aber im Grunde heißt das, solange der österreichische Arbeitgeber nicht verlangt, dass du zuhause mit einer Wallbox mit integriertem MID-Zähler lädst, ist auch eine Wallbox zulässig, bei der der geladene Strom über ein Benutzerkonto und eine Berechtigung (z. B. über RFID) dem Elektroauto zugeordnet werden kann. Dann kann sogar der Dienstwagen über einen RFID-Tag und das private Auto über einen anderen RFID Chip an derselben Wallbox geladen werden.
Besteht der Arbeitgeber jedoch auf einen MID-Zähler in der Wallbox, muss eine entsprechende Ladestation installiert werden oder alternativ ein separater MID-Zähler im Wohnhaus eingebaut werden. Auf diese Weise kannst du den Strom, den du zum Laden deines Firmenwagens verbrauchst, getrennt von deinem Hausverbrauch messen.
Der Vergütungsbetrag basiert auf dem durchschnittlichen Strompreis für Haushalte (Cent pro Kilowattstunde) im öffentlichen Netz. Dieser Wert wird vom Bundesministerium für Finanzen festgelegt und von der E-Control für das erste Halbjahr des vorherigen Jahres veröffentlicht (z. B. 2024: 33,182 Cent/kWh; 2023: 22,247 Cent/kWh). Der Strompreis für das nächste Jahr wird bis spätestens 30. November im Rechts- und Fachinformationssystem des Finanzministeriums veröffentlicht.
Welche Wallboxen können für das Laden des Dienstwagens verwendet werden?
Nicht jede Wallbox kann für das Laden deines Firmenwagens verwendet werden, denn um die Stromkosten pro kWh für die Abrechnung zwischen Unternehmen und Mitarbeitern, wie oben beschrieben, im Blick zu behalten, muss die Wallbox zum Laden des Dienstwagens zu Hause eine Reihe wichtiger Anforderungen erfüllen:
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Einhaltung der lokalen Vorschriften: In Österreich sind einige Arbeitgeber nur dann bereit, die Kosten für das Aufladen des Dienstwagens zu Hause zu übernehmen, wenn die Wallbox über einen integrierten MID-Zähler verfügt, der die verbrauchte kWh-Menge misst. Es gibt jedoch eine ganze Reihe von Ausnahmen, in denen Unternehmen damit einverstanden sind, dass Firmenwagen an einer Wallbox mit einem einfachen, nicht zertifizierten Zähler wie dem in unserem go-e Charger der Gemini-Serie geladen werden.
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Zugriffsverwaltung: Die Wallbox sollte über eine Zugriffsverwaltung verfügen, also z. B. über einen RFID-Chip, um eine genaue Abrechnung für einzelne Nutzer zu ermöglichen. Damit soll sichergestellt werden, dass nur die Ladevorgänge für das Auto des Mitarbeiters berücksichtigt werden und die Ladevorgänge von Familie und Freunden nicht dem Unternehmen in Rechnung gestellt werden.
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Internetverbindung: Um die Stromverbrauchsdaten der zu Hause geladenen Dienstwagen automatisch an den Arbeitgeber zu übertragen, muss die Wallbox internetfähig sein. Je nach Wallbox-Modell kann die Internetverbindung über LAN, WLAN oder LTE hergestellt werden.
Zusammenfassung
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Unternehmen zur Entwicklung der E-Mobilität beitragen können. Bei go-e zum Beispiel bieten wir Mitarbeitern, die sich für den Kauf eines eigenen Elektrofahrzeugs entscheiden, eine Gehaltserhöhung an. Mit der Einrichtung einer Wallbox für Firmenwagen schlägst du als Unternehmer also gleich drei Fliegen mit einer Klappe: Du tust etwas für die Umwelt, hältst deine Mitarbeiter bei Laune und steigerst den Ruf deines Unternehmens bei umweltbewussten Kunden.
Im Vergleich zu öffentlichen Ladestationen spart ein Unternehmen damit nicht nur Geld, sondern erspart seinen Mitarbeitern auch die lästige Suche nach einer Ladestation, wenn sie ihre Batterien aufladen müssen. Darüber hinaus hilft es, die Investitionen für das Laden am Firmenstandort zu reduzieren, was insbesondere dann sinnvoll ist, wenn die Stromversorgung trotz Lastmanagement umfassend erneuert werden müsste.
Außerdem ist es ein Gewinn für die Work-Life-Balance der Mitarbeiter, da sie jeden Tag mit einem vollgeladenen Fahrzeug beginnen können.
Für die Wahl der richtigen Wallbox muss man allerdings etwas Zeit investieren. Während du in Österreich die Kosten für das Laden zu Hause manchmal auch dann übernehmen können, wenn die Wallbox keinen MID-Zähler hat, sind in Deutschland ein MID- und manchmal ein MessEG-Zertifikat erforderlich. Die Details der Steuern und Abrechnungen können natürlich ein wenig Kopfzerbrechen bereiten, aber es lohnt sich, sich darüber zu informieren.
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