Wallbox 11 kW oder 22 kW

08.09.2022

Wallbox 11 oder 22 kW: Welche Ladestation brauchst du wirklich?

Zuletzt aktualisiert: 15.09.2022Lesezeit: 6 Minuten

Du möchtest Zuhause eine Ladestation installieren, bist dir aber nicht sicher, ob du eine Wallbox mit 11 kW oder 22 kW Ladeleistung kaufen sollst?

Dann bist du hier genau richtig!

In diesem Artikel erklären wir dir die Unterschiede und helfen dir so, die für dich geeignete Entscheidung zu treffen.

Also, los geht’s! 

Unterschied #1: Höhere Ladeleistung der 22 kW Wallbox

Du kannst üblicherweise zwischen zwei Grundmodellen einer Wallbox entscheiden:

  • 11 kW Wallbox: diese Wallbox hat eine maximale Ladeleistung von 11 kWh.
  • 22 kW Wallbox: diese Wallbox hat eine maximale Ladeleistung von 22 kWh.

Unterschied #2: Die Ladezeit

Theoretisch könnte eine 22 kW Wallbox um die Hälfte schneller laden als eine 11 kW Wallbox. 

Beachte aber, dass es Faktoren gibt, die die Ladezeit beeinflussen. Die Ladeleistung des Elektroautos und das Ladekabel sind zwei davon.

Ladezeit abhängig von Elektroauto

Hat dein E-Auto einen dreiphasigen Onboard-Lader und eine maximale Ladeleistung von 11 kW, bedeutet das, dass du auch mit einer 22 kW Wallbox nicht schneller laden kannst. Schauen wir uns das kurz anhand des Tesla Model 3 an.

Tesla Model 3 Eigenschaften:

  • Batteriegröße: 62 kWh
  • Max. AC Ladeleistung Basisversion: 11 kW
  • Anzahl der Phasen: dreiphasig
  • Max. Ladestrom bei AC-Ladestationen: 16 A

Wallbox 11 kW

Wallbox 22 kW

Ladezeit

Max. kW

Ladezeit

Max. kW

6,12 Stunden

11 kW

6,12 Stunden

11 kW

Ladezeit abhängig vom Ladekabel

Wie bereits erwähnt, beeinflussen nicht nur die Eigenschaften des E-Autos die Ladezeit, sondern zum Beispiel auch das Ladekabel.

Hast du also beispielsweise ein E-Auto mit 22 kW AC-Ladeleistung, eine Wallbox mit 22 kW Ladeleistung aber ein Ladekabel, das nur eine 11 kW Ladeleistung zulässt, wird dein Elektroauto auch nur mit 11 kW laden können. 🤯
 

Unterschied #3: Die benötigte Anschlussleistung

Bevor du dich für eine der Wallboxen entscheidest, solltest du prüfen, wie hoch die Anschlussleistung ist, die dir bei deinem Haus für die Ladestation zur Verfügung steht. Ist sie nämlich zu gering, macht es wenig Sinn, dass du eine 22 kW Wallbox installierst, da sie bei maximaler Ladeleistung immerhin 32 Ampere benötigt. Natürlich kannst du mit der 22 kW Wallbox auch mit weniger Ladeleistung laden.

☝️ Also vergiss nicht die maximale Ladeleistung deines Autos und die Anschlussleistung des Hauses zu überprüfen, bevor du dich für eine Wallbox entscheidest.

Unterschied #4: Die 22 kW-Wallbox ist abwärtskompatibel

Ein Vorteil der 22 kW Wallbox ist der, dass du zwar mit 22 kW Ladeleistung laden kannst, es aber nicht unbedingt muss. Die Ladestation kann auch mit einer Ladeleistung von 11 kW laden, falls zum Beispiel dein E-Auto oder die Elektroinstallation deines Hauses nicht mehr zulässt.

Mit einer 11 kW Wallbox bist du an die maximale Ladeleistung von 11 kW gebunden.

Unterschied #5: Eine 11 kW Wallbox ist etwas batterieschonender

Auch wenn das Laden mit einer 22 kW Wallbox schneller geht, ist die 11 kW Wallbox etwas batterieschonender. Der Unterschied ist jedoch kaum bemerkbar.

Deutliche Unterschiede gibt es nur zwischen AC- und DC-Ladestationen, also Schnellladestation, da die Ladeleistung bei DC-Ladestationen höher ist.

Unterschied #6: Die Melde- und Genehmigungspflicht

Ein wesentlicher Unterschied zwischen einer Wallbox mit 11 kW und einer Wallbox mit 22 kW kann, abhängig vom Land, in dem die Ladestation installiert wird, die Melde- und Genehmigungspflicht sein.

In Deutschland beispielsweise, musst du eine Wallbox mit 11 kW dem Netzbetreiber nur melden, wohingegen du eine Wallbox mit 22 kW nicht nur melden, sondern vor der Inbetriebnahme auch genehmigen lassen musst (Stand: August 2022).

Deutschland

Wallbox 11 kW

Wallbox 22 kW

Meldung

ja

ja

Genehmigung

nein

ja

Sollte eine 22 kW Wallbox nicht genehmigt werden, weil beispielsweise die Anschlussleistung des Hauses zu gering ist und du möglicherweise Auflagen erhältst, die Anschlussleistung auf eigene Kosten zu erhöhen, dann solltest du eventuell doch den Kauf einer 11 kW Wallbox in Betracht ziehen.

In Österreich zum Beispiel muss eine stationäre Wallbox vom Elektriker unabhängig von der Anschlussleistung an den Strom-Netzbetreiber gemeldet werden, für eine mobile Ladestation (auch intelligentes Ladekabel genannt) ist keine Anmeldung erforderlich (Stand August 2022).

Laut dem BMK (Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie) bestehen je nach Bundesland unterschiedliche Vorgaben, ob Ladeinfrastruktur bewilligungspflichtig, anzeigepflichtig oder bewilligungsfrei ist.

Prüfe die rechtliche Einstufung, denn je nach Wallbox und je nach Land kann es Unterschiede geben.

Unterschied #7: Eine 11 kW Wallbox ist günstiger

Preislich liegen die zwei Ladestationen sehr nahe beieinander. Einen minimalen Unterschied gibt es aber trotzdem zwischen der 11 kW und 22 kW Wallbox.

Der go-e Charger Gemini 11 kW kostet beispielsweise 749 EUR (UVP), wogegen der go-e Charger Gemini 22 kW 759 EUR (UVP) kostet. Die 11 kW Wallbox ist also um 10 EUR günstiger. 😋

Unterschied #8: Die Förderfähigkeit der Wallboxen

In Deutschland und Österreich sind beispielsweise beide Wallboxen förderfähig (Stand August 2022). 

Wallbox 11 kW

Wallbox 22 kW

Förderfähig in Österreich für Privatpersonen im Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhaus und für Unternehmen (als nicht öffentlich zugängliche Ladestation) über die Kommunalkredit Public Consulting GmbH.

Förderfähig in Österreich für Privatpersonen im Ein-, Zwei- und Mehrfamilienhaus und für Unternehmen (als nicht öffentlich zugängliche Ladestation) über die Kommunalkredit Public Consulting GmbH.

Förderfähig in Deutschland für Unternehmen und Kommunen im Rahmen der KfW-Programme Zuschuss 441 bzw. Zuschuss 439.

Förderfähig in Deutschland für Unternehmen und Kommunen im Rahmen der KfW-Programme Zuschuss 441 bzw. Zuschuss 439.

Förderfähig in Deutschland für Privatpersonen über den KfW-Zuschuss 440 (aktuell keine Neuanträge möglich).

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Die Förderfähigkeit von Wallboxen ist jedoch abhängig vom jeweiligen Land, in dem du die Wallbox installieren möchtest. Für mobile Ladestationen gibt es nur in wenigen Ländern Förderungen, so z. B. in Österreich.

Wichtig: Je nach Land gibt es Unterschiede bei der Förderfähigkeit von Wallboxen. Prüfe also die jeweiligen Bestimmungen.

Zusammenfassung

Wallbox 11 kW oder 22 kW: Für wen ist was sinnvoll?

  • Für die meisten privaten E-Auto-Besitzer*innen sind 11 kW Wallboxen ausreichend. Der Grund dafür: Die meisten E-Autobesitzer laden ihr Auto über Nacht auf oder tagsüber, wenn sie in der Arbeit sind. In diesem Fall hast du genug Zeit, um dein Elektroauto komplett aufzuladen.
  • Für Unternehmer oder Mitarbeiter, die ein E-Dienstauto besitzen, macht sicherlich eine 22 kW Wallbox Sinn, da du oder deine Mitarbeiter eventuell schnell mal am Arbeitsstandort oder auf dem Weg zu einem Geschäftstermin das Auto laden müsst. Die Ladezeit kann sich bei einer 22 kW um die Hälfte reduzieren. Wichtig ist aber, dass die oben erwähnten Voraussetzungen (zB. Anschlussleistung, Ladeleistung des E-Autos, etc.) dafür geschaffen sind. Sind die Voraussetzungen nicht geschaffen, kannst du auch mit einer 22 kW Wallbox nicht schneller laden.

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