Wallbox mit OCCP

19.10.2022

Wallbox mit OCPP: Die Vorteile und Anwendungsfelder

Zuletzt aktualisiert: 21.09.2023

Immer mehr Wallboxen sind OCPP-konform. Aber was verbirgt sich hinter diesen 4

Buchstaben und welche Vorteile bietet dir OCPP?

Das erklären wir dir in diesem Artikel.

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Was ist OCPP?

OCPP steht für Open Charge Point Protocol. 

Dabei handelt es sich im Grunde um eine offene Spezifikation für Wallboxen von Elektrofahrzeugen, die es ihnen ermöglicht, mit einem zentralen Managementsystem zu kommunizieren.

Dies ist ähnlich wie bei einem Smart Home, bei dem die Lichtschalter, Klimaanlagen und sogar Garagentore Nachrichten mit deinem Smartphone austauschen, sodass alles zentral gesteuert werden kann.

Was ist OCPP?

Wie funktionieren Wallboxen mit OCPP?

Stellen wir uns vor, du hast mehrere Ladestationen für Elektrofahrzeuge von verschiedenen Herstellern, von denen einige (oder sogar alle) kein OCPP unterstützen.

In diesem Fall kannst du deine Wallbox nicht gleichzeitig steuern, da sie verschiedene Sprachen „sprechen“.
Außerdem bist du an einen Hardware-Hersteller und Software-Anbieter gebunden. Es ist also nicht möglich, interessante Angebote von anderen Herstellern in Anspruch zu nehmen.

Willkommen in der OCPP–Welt, in der all deine Wallboxen einen offenen Standard nutzen. Diese Open-Source-„Sprache“ gibt dir umfassende Freiheit. Mit ihr können Wallboxen sowie Backend- und Managementsysteme unabhängig vom Anbieter und Hersteller miteinander kommunizieren.

Demzufolge erhältst du die Kontrolle über die Preisgestaltung, den Beginn/das Ende des Ladevorgangs und andere Aspekte, die beim Laden eines Elektrofahrzeugs wichtig sind.

Alles in einem Dashboard!

Hinweis: Obwohl alle Daten in demselben Netzwerk ständig hin und her gesendet werden, sind sie durch Verschlüsselung gut geschützt. Die OCPP-Entwickler verbessern mit jeder neuen Version das Sicherheitsniveau. Daher kann niemand außer dir auf die OCPP-Ladeinformationen des Elektrofahrzeugs zugreifen.

Ist jede Wallbox und OCPP-Hardware mit jeder OCPP-Software kompatibel?

Oder mit anderen Worten, können alle Geräte und Netzwerke mit dem „OCPP-Tag“ miteinander kommunizieren? Kurz gesagt, ja.

Doch eins ist dabei zu beachten. Aufpassen muss man, wenn es um die OCPP-Version geht.

Tatsache ist, dass du eine Verbindung zwischen jeder OCPP-Hard- und Software herstellen kannst, solange das Managementsystem der Wallbox und die Hardware zum Laden des Elektrofahrzeugs dieselbe OCPP-Version unterstützen. 

Unsere go-e Charger sind beispielsweise konform mit der Version OCPP 1.6 (der am häufigsten verwendeten Version). Deshalb funktionieren sie perfekt in einem Netzwerk, in dem alle anderen Ladegeräte ebenfalls diese Version unterstützen.

Hinweis: OCPP kannst du nicht einfach zu deiner vorhandenen Wallbox hinzufügen. Darum musst du vor dem Kauf unbedingt prüfen, ob die Wallbox OCPP-konform ist.

Unterschiedliche OCPP-Versionen: Kurze Übersicht

OCPP gibt es schon länger. Die allererste Version – OCPP 1.5 – wurde 2012 veröffentlicht und erfuhr erhebliche Verbesserungen, nachdem die Standardisierungsorganisation OCA (Open Charge Alliance) die Bedürfnisse der Benutzer erkannt hatte. Insgesamt gibt es jetzt vier Hauptversionen des OCP-Protokolls, von denen OCPP 2.0.1. die neueste Version ist.

Hier findest du die Unterschiede zwischen allen Protokollen, die bisher von der Open Charger Alliance festgelegt wurden.

Wallboxen mit OCPP 1.6 JSON

Trotz des ständigen technologischen Fortschritts und obwohl bereits vor einigen Jahren neuere OCPP-Versionen entwickelt wurden, ist das Open Charge Point Protocol 1.6 nach wie vor die gängigste Version.

Darum wurde es von go-e in seine Wallbox integriert.

OCPP 1.6 JSON bietet drei besondere Merkmale:

  • Lastverteilung
  • Zentrales intelligentes Laden
  • Lokales intelligentes Laden

Darüber hinaus macht die Version 1.6 das Laden für die Nutzer von Elektrofahrzeugen und Besitzer von Ladestationen einfacher und übersichtlicher.

Kurz gesagt: Wenn du ein Netzwerk von Wallboxen mit OCPP 1.6 einrichtest, kannst du nichts falsch machen.

Wallbox mit OCPP 1.6

Bietet dir eine Wallbox mit OCCP einen Mehrwert?

Fragst du dich, ob du eine Wallbox mit OCPP überhaupt brauchst?

Dann lass uns hier näher darauf eingehen, welche Personengruppen von einer OCPP-konformen Ladestation profitieren können.

Wallbox mit OCPP für Privatnutzer*innen

Wenn du nur eine oder zwei Ladestationen für Elektrofahrzeuge anschaffen möchtest, ist OCPP bei deiner Auswahl kein wesentliches Kriterium.

Auch wenn du z. B. mit deinen Nachbarn eine Wallbox teilen möchtest, brauchst du nicht an die technischen Aspekte der Ladesteuerung zu denken. 

Doch es gibt zwei Ausnahmen:

  • OCPP ist gemäß den lokalen Vorschriften erforderlich

In einigen Fällen bist du verpflichtet, deine Ladestation für Elektrofahrzeuge an einen OCPP-Service des örtlichen Stromversorgers anzuschließen. Beispielsweise hat das Vereinigte Königreich 2019 intelligente Ladestandards (OCPP oder andere Kommunikationsprotokolle) für neue Ladestationen vorgeschrieben.

  • Die Unterstützung von OCPP ist Voraussetzung für einige Subventionen

So konnte in Österreich Anfang 2022 ein Zuschuss von 900 Euro beantragt werden, wenn man eine intelligente OCPP-fähige Wallbox in einem Mehrfamilienhaus installiert.

Wallbox mit OCPP für Unternehmer*innen

Eine ganz andere Situation entsteht, wenn du eine ganze Flotte von Ladestationen besitzt und mehrere Personen diese nutzen möchten.

In diesem Fall erlangt OCPP wesentliche Bedeutung, denn mit diesem Open-Source-Protokoll kannst du als Charge Point Operator (CPO):

  • deine Flotte von Ladestationen überwachen,
  • Ladevorgänge steuern (z. B. die Lastverteilung aktivieren),
  • die Kundenidentifikation verwalten und
  • die Rechnungsstellung abwickeln.

Darüber hinaus kannst du Ladestationen von verschiedenen Herstellern und Softwareanbietern nutzen und sie alle über ein System steuern.

Großartig, oder?

Die einzige Voraussetzung besteht darin, dass alle dieselbe OCPP-Version unterstützen. So einfach ist das.

Vorteile von Wallboxen mit OCPP

Fast alles im Leben hat Vor- und Nachteile. OCPP hält sich aber nicht an diese Lebensweisheit, sondern bringt dir in jeder Hinsicht Vorteile.

Beginnen wir mit dem Hauptvorteil: OCPP ermöglicht es Wallboxen, mit den Managementsystemen verschiedener Anbieter zu kommunizieren. Wenn du an die Vielzahl von Anbietern mit unzähligen unterschiedlichen Zahlungsplänen denkst, wirst du diesen Vorteil auf jeden Fall zu schätzen wissen. 

Aber das ist noch nicht alles.

Es gibt weitere hervorragende Vorteile. Dazu zählen:

  • Flexibilität

Stell dir vor, dein Softwareanbieter würde plötzlich seine Aktivitäten einstellen und dir nicht mehr die von dir benötigten Dienstleistungen zur Verfügung stellen. Was machst du dann? Wenn deine Ladestationen OCPP-konform sind, ist die Antwort einfach: Du wechselst einfach den Anbieter und findest innerhalb weniger Tage einen neuen.

  • Breite Auswahl

Der Markt bietet eine Vielzahl von Hardware- und Softwareangeboten. Je mehr Freiheit du hast, desto wahrscheinlicher ist es, dass du findest, was am besten zu dir passt. 

  • Finanzielle Sicherheit

Manchmal heben Netzwerkbetreiber ihre Preise plötzlich an. Aber sie verschwören sich nicht gegen dich, denn sie gehen nicht alle auf dieselbe Weise vor. Wenn ein Netzwerkbetreiber die Preise erhöht, kannst du mit OCPP im Handumdrehen zu einem anderen wechseln.

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass OCPP eine gemeinsame „Sprache“ festlegt, die gewährleistet, dass Ladestationen sowie Backend- und Managementsysteme Daten miteinander austauschen und problemlos zusammenarbeiten können. Wichtig ist dabei, dass alle Beteiligten dieselbe OCPP-Version unterstützen.

Das Open Charge Point Protocol erleichtert die Einrichtung einer Flotte von Ladestationen und deren gleichzeitige Steuerung. Zudem ist ein Wechsel des Netzwerkbetreibers kein Problem.

Private Nutzer von Elektrofahrzeugen können ebenfalls von OCPP profitieren, da es in einigen Fällen als wesentliche Voraussetzung für den Erhalt von Subventionen für Ladestationen gilt.


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